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Tatjana Werbizkaja

Die 1947 bei der russischen Stadt Krasnodar geborene Künstlerin Tatjana Werbizkaja Falkenstein stellt ihre Kunst in die Tradition des Expressionismus. Im Mittelpunkt ihrer Werke steht der Mensch, dem sie mit ihren ausdrucksvollen Bildern Gestalt verleiht. In ihren Porträts erfaßt sie ihr Gegenüber von innen heraus, ergründet dessen Seele. Sie übersetzt ihre Wahrnehmungen in Farben und Formen. Das Innenleben, die Angst oder die Trauer, die Freude oder das Leid, das beispielsweise eine alte russische Bäuerin empfindet, widerspiegelt sich in der Gestik, Mimik und der Körperhaltung der dargestellten Person.

Die subjektive Einstellung, welche die Künstlerin zu ihrem Modell entwickelt, geht als wesentlicher Bestandteil in die Gesamtwirkung der Gemälde ein. Expressiver Duktus oder eine malerische Manier, welche sich an die "Neue Sachlichkeit" erinnert, symbolistisch anmutende Arbeiten mit mythologischen Inhalten oder lichtdurchflossene Flirtszenen zeugen von der Bandbreite der Motive der Künstlerin und geben unterschiedlichepersönliche Einstellungen zur Wirklichkeit wieder, die sowohl die Wahl des Sujets als auch bei der Ausgestaltung der Komposition eine entscheidende Rolle spielten.

In ihrem neuen Werk hat das Thema Boxkampf einen hohen Stellenwert. Dabei besticht zunächst die Dynamik mit welcher sich die Szenen vor den Augen des Betrachters entwickeln als auch der Blick nach Innen, der für ihre Porträts kennzeichnend ist.

Die Malweise von Tatjana Werbizkaja Falkenstein ist prozeßhaft. Nicht die Abbildung des vermeintlich Realen ist das Ziel der Darstellung, sondern die Ergründung des Sinnes. Sie skizziert, trägt das Skizzierte auf die vorbereitete Leinwand auf und überarbeit es aus der Erinnerung heraus. Das fertige Gemälde ist die Synthese zwischen Naturwahrnehmung und Subjektivität.

Tatjana Werbizkaja Falkenstein hat an der Universität von Krasnodar studiert und in der damaligen Sowjetunion an zahlreichen Ausstellungen teilgenommen.

In Deutschland, den USA, Finnland und anderen Ländern befinden sich Arbeiten von ihr in Sammlungen.

Seit 1995 lebt sie in Deutschland und hat auch hier bereits zahlreiche Einzelausstellungen absolviert.

Sie ist in mehreren wichtigen Publikationen erwähnt, so im "Allgemeinen Lexikon der Kunstschaffenden" (Bd. 5), dem "Meisterbuch der Bildenden Künste" (Bd. 4) und in der Personenenzyklopädie "Who is Who"

Dr. Helmut Orpel

Kunsthistoriker und ltd. Redakteur von "Artprofil"

Auszug aus der Ausstellungs-Eröffnungsrede des Herrn Dr.Gassen (Dir. des Wilhelm-Hack-Museums, Ludwigshafen)

Druckauszug aus Die Rheinpfalz vom 26.August 1996

- Tatjana Werbizkaja Falkenstein, geb.1947 bei Krasnodar, wo sie auch Kunst studierte, siedelte im vergangenen Jahr nach Bonn über. Aus den Jahren 1993/94, als sie noch als freie Künstlerin nach der Perestroika in Sotschi lebte und die sie selbst als eine lyrische Zeit bezeichnet, stammen drei Bilder im impressionistisch-pointillistischer Malweise. Helle Farbflächen und Punkte fügen sich wie bunte Schatten zu den Gemälden "Reiter" und "Spaziergänger". Demgegenüber wechseln ihre anderen, erst in diesem Jahr entstandenen Bilder zu einer expressiven Malweise über. Besonders ausdrucksstark bringt die Künstlerin ihren eigenen seelischen Zustand mit "Schrei" auf die Leinwand. Wie auch auf "Flamenco" oder "Lolita" läßt sich das Gesicht nur erahnen; die erhobenen Hände und der wie ein schwarzes Loch weit aufgerissene Mund des nackten Mannes sagen jedoch mehr als Worte. Allein ihrer großflächigen Werke wegen lohnt sich der Besuch der Ausstellung.